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Neue Masche – gestrickt, gestickt und anders
29. April bis 24. Juli 2011

Die traditionellen Handarbeitstechniken Stricken, Sticken und Häkeln erfahren derzeit wieder Beach­tung: Aktuell werden im Unterschied zu den altbekannten tradi­tionellen Nutzungen Felder beschritten, in denen das Textile nicht allein als Material begriffen wird, sondern als Merkmal für Netzwerk, Flexibilität und Mobilität – auch geistige. Mit dem Faden in der Hand überschreiten Produktgestalter, Modedesigner und Architektinnen bisherige Grenzen und die wachsende Anzahl von Craft Circles im World Wide Web bilden ein Statement für das Kommunale im Zeitalter der digitalen Medien.
Durch die Setzung von Begriffen wie Sorgfalt, Entschleunigung, Vernetzung und Gemeinschaft hinterfragt das Ausstellungskonzept allgemein gültige Kriterien des Stricken-Sticken-Häkelns wie fachliches Können, Qualität durch Handarbeit, ethisches und emotionales Engagement. Durch die populäre Verschmelzung künstlerischer Praxis mit dem Alltäglichen gewinnt das eigenhändige Herstellen von Dingen eine Autarkie, die sich dem ästhetischen Mainstream und Konsumismus widersetzt.
Vorgestellt werden rund sechzig Positionen, die lustvolle Kritik an kultu­rellen Setzungen wie Häuslichkeit oder Amateurhaftigkeit betreiben, eintauchen in das verspielte Untersuchen des Mate­rials, herkömmliche Nadeltechniken an nicht textilem Material erproben oder ungeniert das Partizipieren des Publikums herausfordern, um überhaupt ein sichtbares Resultat zu erzeugen. In keiner Weise ableh­nend, lassen solche Positionen dennoch die weitgehend bewältigte Gender­Debatte hinter sich.



 

Bildnachweise (v.l.n.r.):
Marion Strunk, Ohne Titel, bestickte Fotografie, 2010 © Marion Strunk, Zürich
Irene Düring, Kannst mich Kreuzweise, Wandstickerei, 2007 © Irene Düring, Zürich


 


All rights reserved Museum Bellerive. Kunstgewerbesammlung des Museum für Gestaltung Zürich.